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	<title>Kommentare zu: Was ist eigentlich Wirtschaft?</title>
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	<description>Philosophie &#38; Wirtschaft</description>
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		<item>
		<title>Von: Alexander Dill</title>
		<link>http://www.philosophieundwirtschaft.de/blog/2009/12/21/was-ist-eigentlich-wirtschaft/comment-page-1/#comment-28</link>
		<dc:creator>Alexander Dill</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 12:45:25 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.philosophieundwirtschaft.de/blog/?p=134#comment-28</guid>
		<description>@Torsten: In der Tat liegt in der deutschen &quot;Wirtschaft&quot;, die oft auch von &quot;Wert&quot; abgeleitet wird, mehr Deutungsspielraum als in der griechisch-lateinischen oikonomia, der rechten Haushaltsführung. Götz Werner z.B. erwähnt in seinen Reden, Wirtschaft käme von &quot;Wert schaffen&quot;. Bis zum II. Weltkrieg hieß in Deutschland die Volkswirtschaft Nationalökonomie. Betriebswirtschaft in dieser Form gibt es in den USA nicht, wo diese unter Business Administration läuft.
Ob allerdings die Vielfalt der heute als Wirtschaft auftretenden Phänomene, etwa die Politische Ökonomie, im angelsächsischen Bereich als &quot;public choice&quot; gepredigt, durch eine bessere Arbeit am Begriff auch besser verstanden werden kann, bezweifle ich. Ich habe gerade meinen neuen Buchtitel mit den Lektoren des Verlages diskutiert. Wir wollten den Anglizismus &quot;Cheatonomics&quot; nicht, haben dafür nun ein neues Wort erfunden: &quot;Täuschwirtschaft&quot;, worauf wir nun sehr stolz sind. Ein Zitat aus Deinem Link fand ich sehr interessant:
&quot;du müst dich wirtschaft verwegen,
wiltu hohes geistes pflegen&quot;
         Christus u. d. minnende seele 388 Banz;
Mit &quot;verwegen&quot; ist doch &quot;verweigern&quot; gemeint? Dann trifft es noch immer die Politiker und verbeamteten Professoren, die sich dadurch als Elite definieren, dass sie selbst den Tiefen der Wirtschaft nicht ausgesetzt und daher &quot;hohen geistes&quot;, seien; eine Ansicht, die auch schon die deutschen Könige, der Adel, das Militär und heute natürlich Künstler und Intellektuelle prägen. Dumm nur: Sie alle betreiben ja auch Wirtschaft, indem sie sich bei dieser durch Steuergelder bedienen.
@Arian: Danke für das Keynes-Zitat, das ja zu meiner vorherigen Antwort passt. Allerdings muss man das heute ausdehnen, da ja gerade die Keynsianer um Geithner, Bernanke, Krugman, Stiglitz am Extremsten Staatsschulden als höchstmögliche Notpraxis durchsetzen und jede intellektuelle Betrachtung kategorisch ablehnen. Dies war zu Keynes Zeit, also in den 30er Jahren noch völlig anders. Damals galten Ökonomen wie Galbraith und eben Keynes selbst noch als Intellektuelle, was man heute von keinem Ökonomen mehr behaupten kann. Deshalb wird auch in der Begründung für den Wirtschaftsnobelpreis nie eine intellektuelle Leistung erwähnt, sondern bisher - ausser bei Elinor Ostrom - immer nur die Tasache, dass die Weltbank und die Fed auf diese Leute hören. Er honoriert Anwendung, nicht Theoriebildung.
Dass Krugman und Bernanke noch von idealen Zuständen ausgehen, kann man nicht sagen. Für sie geht es um die Rettung der USA durch selbstgedrucktes Geld. Das ist reine Praxis. Theorie würde es, wenn wir den Dollar als Währung nicht mehr akzeptieren würden. Damit dies nicht geschieht, haben die USA von 175 Staaten etwa 150 besetzt, darunter nach wie vor Deutschland. 
Zum Aufstieg und Versagen der deutsche Ökonomen Sinn etc. gibt es übrigens ein nettes Buch der FAZ-Redakteurin Lisa Nienhaus, das ich hier demnächst besprechen werde.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Torsten: In der Tat liegt in der deutschen &#8220;Wirtschaft&#8221;, die oft auch von &#8220;Wert&#8221; abgeleitet wird, mehr Deutungsspielraum als in der griechisch-lateinischen oikonomia, der rechten Haushaltsführung. Götz Werner z.B. erwähnt in seinen Reden, Wirtschaft käme von &#8220;Wert schaffen&#8221;. Bis zum II. Weltkrieg hieß in Deutschland die Volkswirtschaft Nationalökonomie. Betriebswirtschaft in dieser Form gibt es in den USA nicht, wo diese unter Business Administration läuft.<br />
Ob allerdings die Vielfalt der heute als Wirtschaft auftretenden Phänomene, etwa die Politische Ökonomie, im angelsächsischen Bereich als &#8220;public choice&#8221; gepredigt, durch eine bessere Arbeit am Begriff auch besser verstanden werden kann, bezweifle ich. Ich habe gerade meinen neuen Buchtitel mit den Lektoren des Verlages diskutiert. Wir wollten den Anglizismus &#8220;Cheatonomics&#8221; nicht, haben dafür nun ein neues Wort erfunden: &#8220;Täuschwirtschaft&#8221;, worauf wir nun sehr stolz sind. Ein Zitat aus Deinem Link fand ich sehr interessant:<br />
&#8220;du müst dich wirtschaft verwegen,<br />
wiltu hohes geistes pflegen&#8221;<br />
         Christus u. d. minnende seele 388 Banz;<br />
Mit &#8220;verwegen&#8221; ist doch &#8220;verweigern&#8221; gemeint? Dann trifft es noch immer die Politiker und verbeamteten Professoren, die sich dadurch als Elite definieren, dass sie selbst den Tiefen der Wirtschaft nicht ausgesetzt und daher &#8220;hohen geistes&#8221;, seien; eine Ansicht, die auch schon die deutschen Könige, der Adel, das Militär und heute natürlich Künstler und Intellektuelle prägen. Dumm nur: Sie alle betreiben ja auch Wirtschaft, indem sie sich bei dieser durch Steuergelder bedienen.<br />
@Arian: Danke für das Keynes-Zitat, das ja zu meiner vorherigen Antwort passt. Allerdings muss man das heute ausdehnen, da ja gerade die Keynsianer um Geithner, Bernanke, Krugman, Stiglitz am Extremsten Staatsschulden als höchstmögliche Notpraxis durchsetzen und jede intellektuelle Betrachtung kategorisch ablehnen. Dies war zu Keynes Zeit, also in den 30er Jahren noch völlig anders. Damals galten Ökonomen wie Galbraith und eben Keynes selbst noch als Intellektuelle, was man heute von keinem Ökonomen mehr behaupten kann. Deshalb wird auch in der Begründung für den Wirtschaftsnobelpreis nie eine intellektuelle Leistung erwähnt, sondern bisher - ausser bei Elinor Ostrom - immer nur die Tasache, dass die Weltbank und die Fed auf diese Leute hören. Er honoriert Anwendung, nicht Theoriebildung.<br />
Dass Krugman und Bernanke noch von idealen Zuständen ausgehen, kann man nicht sagen. Für sie geht es um die Rettung der USA durch selbstgedrucktes Geld. Das ist reine Praxis. Theorie würde es, wenn wir den Dollar als Währung nicht mehr akzeptieren würden. Damit dies nicht geschieht, haben die USA von 175 Staaten etwa 150 besetzt, darunter nach wie vor Deutschland.<br />
Zum Aufstieg und Versagen der deutsche Ökonomen Sinn etc. gibt es übrigens ein nettes Buch der FAZ-Redakteurin Lisa Nienhaus, das ich hier demnächst besprechen werde.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Anonym (Autor ist der Redaktion bekannt)</title>
		<link>http://www.philosophieundwirtschaft.de/blog/2009/12/21/was-ist-eigentlich-wirtschaft/comment-page-1/#comment-27</link>
		<dc:creator>Anonym (Autor ist der Redaktion bekannt)</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 17:01:07 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.philosophieundwirtschaft.de/blog/?p=134#comment-27</guid>
		<description>Zum Artikel des Autors möchte ich auch einen etwas kritischen Zusatz zu den Auführungen betreffend dem Verhältnis von Arbeit zu Kapital und Rohstoffen. Tatsächlich kann man beobachten, dass der Faktor Arbeit inzwischen im Sinne der Erwerbsarbeit in der westlichen Hemisphäre ein besonderen Status erreicht hat. Arbeit ist nicht zahlreich, sondern hat das Angebot hat sich sogar aufgrund einer stetigen ansteigenden Produktivität verringert. So sind Konzepte wie das Hartz IV-Modell entstanden und so mancher Ökonom sieht darin die Chance eines &quot;Kombilohnmodells&quot;, damit Menschen sozusagen die Chance besitzen, noch Arbeit zu erhalten.
Arbeit hat folglicherweise im Umfang abgenommen, Rohstoffe nehmen auch ab und das Kapital nimmt erstaunlicherweise stetig und über einen langen Zeitraum betrachtet deutlich zu. Dies ist ein Phänomen, welches auch noch zu erörtern gilt.
Doch ich möchte mich zu der allgemeinen Definition des Wirtschaftens, welches Thema der Fragestellung hier ist, beziehen. 
Es ist in der Tat sehr kritisch zu betrachten, welche Methoden ausschlaggebend sind, um unseren Prozess des Wirtschaftens zu bemessen und zu steuern. Die Tatsache, dass der Mensch wirtschaftet, ist im Ursprung des Tausches von Gütern gegeben. So hat bereits Aristoteles das Phänomen des Wirtschaftens genauer betrachtet und hat als Ergebnis die Existenz eines erstrebenswerten &quot;natürlichen Tausches&quot;, bei dem Geld nur zu dem Zweck eines Tauschmediums eingesetzt wird, und das Auftreten der Chrematistik, hinter der die Absicht steckt, aus Geld mehr Geld zu erwirtschaften, in seiner Darstellung in der nikomachischen Ethik veranschaulicht.
Wirtschaft ist also ein Austausch zwischen Menschen, die mittels ihrer Fähigkeiten Produkte schaffen, die den Bedarf in einer Gemeinschaft befriedigen, um im Gegenzug den Bedarf erfüllt zu bekommen, welchen man selbst nicht entsprechend zufriedenstellend erfüllen kann. Wirtschaft ist ein Prozess, der sich in einer Gemeinschaft vollzieht, um jedem Beteiligtem ein zufriedenstellendes Leben zu ermöglichen. Jedem Beteiligtem in dem System kommt somit einen bedeutenden Auftrag, sich an diesem Prozess zu beteiligen und sollte deswegen mit Respekt und einer gewissen Würde betrachtet werden.
Interessanterweise sehen wir, dass die heutigen Modelle jedoch von sehr idealen Zuständen ausgehen und die menschlichen, sozialen und psychologischen Komponenten auslassen oder zu wenig betrachten, welche sich mit dem Wirtschaftsprozess verbinden. Ich stimme dem Autor zu, dass die Ökonomie versucht,  in Anlehnung an das harmonieerfüllte Gleichgewichtsmodell aus der Neoklassik eine Art Naturwissenschaftsstatus zu erreichen und dies hauptsächlich in der mathematischen Formularisierung umsetzt. Sehr interessant ist dazu der Vergleich mit dem bekannten Ökonomen John Maynard Keynes, wessen Theorie vor der Krise eigentlich bereits &quot;out&quot; war und mit der Finanzkrise wieder einen enormen Zulauf erfuhr.
Keynes studierte in Cambridge Philosophie, Mathematik und Ökonomie.  Als begabter Mathematiker, der auch eine Abhandlung über die Wahrscheinlichkeitsrechnung verfasste, setzte sich mit den mathematischen Darstellungen der neoklassiker sehr kritisch auseinander. Selbst hat er in seinem Werk &quot;The General Theory of Employment, Interest, and Money&quot; versucht mathematische Modelle zu umgehen. Das bekannte ISLM-Modell wurde erst in Anlehnung an seiner Theorie von Hicks formuliert.
Interessant ist auch folgendes Zitat von Keynes:
&quot;Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influences, are usually the slaves of some defunct economist.&quot;
Es regt zum Nachdenken an.
Ich bin übrigens Student der Wirtschaftswissenschaften und Philiosphie und freue mich, Diskussionspartner in diesem Bereich zu finden. Freue mich auf Antworten auf den Kommentar.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Artikel des Autors möchte ich auch einen etwas kritischen Zusatz zu den Auführungen betreffend dem Verhältnis von Arbeit zu Kapital und Rohstoffen. Tatsächlich kann man beobachten, dass der Faktor Arbeit inzwischen im Sinne der Erwerbsarbeit in der westlichen Hemisphäre ein besonderen Status erreicht hat. Arbeit ist nicht zahlreich, sondern hat das Angebot hat sich sogar aufgrund einer stetigen ansteigenden Produktivität verringert. So sind Konzepte wie das Hartz IV-Modell entstanden und so mancher Ökonom sieht darin die Chance eines &#8220;Kombilohnmodells&#8221;, damit Menschen sozusagen die Chance besitzen, noch Arbeit zu erhalten.<br />
Arbeit hat folglicherweise im Umfang abgenommen, Rohstoffe nehmen auch ab und das Kapital nimmt erstaunlicherweise stetig und über einen langen Zeitraum betrachtet deutlich zu. Dies ist ein Phänomen, welches auch noch zu erörtern gilt.<br />
Doch ich möchte mich zu der allgemeinen Definition des Wirtschaftens, welches Thema der Fragestellung hier ist, beziehen.<br />
Es ist in der Tat sehr kritisch zu betrachten, welche Methoden ausschlaggebend sind, um unseren Prozess des Wirtschaftens zu bemessen und zu steuern. Die Tatsache, dass der Mensch wirtschaftet, ist im Ursprung des Tausches von Gütern gegeben. So hat bereits Aristoteles das Phänomen des Wirtschaftens genauer betrachtet und hat als Ergebnis die Existenz eines erstrebenswerten &#8220;natürlichen Tausches&#8221;, bei dem Geld nur zu dem Zweck eines Tauschmediums eingesetzt wird, und das Auftreten der Chrematistik, hinter der die Absicht steckt, aus Geld mehr Geld zu erwirtschaften, in seiner Darstellung in der nikomachischen Ethik veranschaulicht.<br />
Wirtschaft ist also ein Austausch zwischen Menschen, die mittels ihrer Fähigkeiten Produkte schaffen, die den Bedarf in einer Gemeinschaft befriedigen, um im Gegenzug den Bedarf erfüllt zu bekommen, welchen man selbst nicht entsprechend zufriedenstellend erfüllen kann. Wirtschaft ist ein Prozess, der sich in einer Gemeinschaft vollzieht, um jedem Beteiligtem ein zufriedenstellendes Leben zu ermöglichen. Jedem Beteiligtem in dem System kommt somit einen bedeutenden Auftrag, sich an diesem Prozess zu beteiligen und sollte deswegen mit Respekt und einer gewissen Würde betrachtet werden.<br />
Interessanterweise sehen wir, dass die heutigen Modelle jedoch von sehr idealen Zuständen ausgehen und die menschlichen, sozialen und psychologischen Komponenten auslassen oder zu wenig betrachten, welche sich mit dem Wirtschaftsprozess verbinden. Ich stimme dem Autor zu, dass die Ökonomie versucht,  in Anlehnung an das harmonieerfüllte Gleichgewichtsmodell aus der Neoklassik eine Art Naturwissenschaftsstatus zu erreichen und dies hauptsächlich in der mathematischen Formularisierung umsetzt. Sehr interessant ist dazu der Vergleich mit dem bekannten Ökonomen John Maynard Keynes, wessen Theorie vor der Krise eigentlich bereits &#8220;out&#8221; war und mit der Finanzkrise wieder einen enormen Zulauf erfuhr.<br />
Keynes studierte in Cambridge Philosophie, Mathematik und Ökonomie.  Als begabter Mathematiker, der auch eine Abhandlung über die Wahrscheinlichkeitsrechnung verfasste, setzte sich mit den mathematischen Darstellungen der neoklassiker sehr kritisch auseinander. Selbst hat er in seinem Werk &#8220;The General Theory of Employment, Interest, and Money&#8221; versucht mathematische Modelle zu umgehen. Das bekannte ISLM-Modell wurde erst in Anlehnung an seiner Theorie von Hicks formuliert.<br />
Interessant ist auch folgendes Zitat von Keynes:<br />
&#8220;Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influences, are usually the slaves of some defunct economist.&#8221;<br />
Es regt zum Nachdenken an.<br />
Ich bin übrigens Student der Wirtschaftswissenschaften und Philiosphie und freue mich, Diskussionspartner in diesem Bereich zu finden. Freue mich auf Antworten auf den Kommentar.</p>
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	<item>
		<title>Von: Torsten</title>
		<link>http://www.philosophieundwirtschaft.de/blog/2009/12/21/was-ist-eigentlich-wirtschaft/comment-page-1/#comment-25</link>
		<dc:creator>Torsten</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 14:47:45 +0000</pubDate>
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		<description>Einen ganz anderen Dreh bekommt die Frage &quot;Was ist Wirtschaft?&quot; wenn man sich mal die Etymologie des Wortes anschaut. (z.B. &lt;a href=&quot;http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=Wirtschaft&amp;lemid=GW22573&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=#GW22573L0&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Hier&lt;/a&gt;) Angesichts der Bedeutungsfülle dieses Begriffes sollten die sog. Wirtschaftsexperten mal darüber nachdenken, für welche dieser Begriffe von Wirtschaft sie eigentlich Experten sind. Ach ja und überhaupt kann man sich dann wirklich fragen, was Wirtschaft eigentlich ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Einen ganz anderen Dreh bekommt die Frage &#8220;Was ist Wirtschaft?&#8221; wenn man sich mal die Etymologie des Wortes anschaut. (z.B. <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=Wirtschaft&amp;lemid=GW22573&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=#GW22573L0" rel="nofollow">Hier</a>) Angesichts der Bedeutungsfülle dieses Begriffes sollten die sog. Wirtschaftsexperten mal darüber nachdenken, für welche dieser Begriffe von Wirtschaft sie eigentlich Experten sind. Ach ja und überhaupt kann man sich dann wirklich fragen, was Wirtschaft eigentlich ist.</p>
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	<item>
		<title>Von: Torsten</title>
		<link>http://www.philosophieundwirtschaft.de/blog/2009/12/21/was-ist-eigentlich-wirtschaft/comment-page-1/#comment-17</link>
		<dc:creator>Torsten</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 13:00:46 +0000</pubDate>
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		<description>Naja, dass Ostroms Arbeiten nicht auf Realität aufbauen, möchte ich so nicht gesagt haben, aber dass sie (ähnlich wie auch viele Klassiker der Ökonomie) davon auszugehen scheint, dass die Werkzeuge (Methoden, Modelle ... ) derer sich die Ökonomen bedienen, natürlich und richtig sind und keinen Einfluss auf das Forschungsergebnis haben. 
Das macht ihre Arbeiten sehr angreifbar. Wobei mich wundert, dass das bisher noch niemand getan hat.

Zum Funktionieren von Straßenverkehr vs. Wirtschaft fällt mir ein: Die Regeln im Straßenverkehr sind relativ einfach, so dass Kontrolle (auch Erfolgskontrolle im Sinne, dass jemand jetzt besser fährt als vor einem Jahr) leicht möglich ist. Funktioniert das mit Wirtschaft auch? Gibt es da einen Anreiz besser zu werden? Und wenn jetzt einige Leute immer besser wirtschaften, was passiert dann mit den anderen &quot;Teilnehmern&quot; des Systems Wirtschaft? Wird der &quot;Unfall&quot; in der Wirtschaft nicht sogar von manchen erwünscht? Ach ja und dann ist noch die Frage: Wirtschaften, wozu?

Zur Klärung der Frage &quot;Was ist Wirtschaft?&quot; fällt mir übrigens gerade noch Foucaults &quot;Die Geburt der Biopolitik&quot; ein, indem er sich stark damit auseinandersetzt, wie der Begriff und das Konzept Wirtschaft in das abendländische Denken und Regieren eingeführt wurde.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Naja, dass Ostroms Arbeiten nicht auf Realität aufbauen, möchte ich so nicht gesagt haben, aber dass sie (ähnlich wie auch viele Klassiker der Ökonomie) davon auszugehen scheint, dass die Werkzeuge (Methoden, Modelle &#8230; ) derer sich die Ökonomen bedienen, natürlich und richtig sind und keinen Einfluss auf das Forschungsergebnis haben.<br />
Das macht ihre Arbeiten sehr angreifbar. Wobei mich wundert, dass das bisher noch niemand getan hat.</p>
<p>Zum Funktionieren von Straßenverkehr vs. Wirtschaft fällt mir ein: Die Regeln im Straßenverkehr sind relativ einfach, so dass Kontrolle (auch Erfolgskontrolle im Sinne, dass jemand jetzt besser fährt als vor einem Jahr) leicht möglich ist. Funktioniert das mit Wirtschaft auch? Gibt es da einen Anreiz besser zu werden? Und wenn jetzt einige Leute immer besser wirtschaften, was passiert dann mit den anderen &#8220;Teilnehmern&#8221; des Systems Wirtschaft? Wird der &#8220;Unfall&#8221; in der Wirtschaft nicht sogar von manchen erwünscht? Ach ja und dann ist noch die Frage: Wirtschaften, wozu?</p>
<p>Zur Klärung der Frage &#8220;Was ist Wirtschaft?&#8221; fällt mir übrigens gerade noch Foucaults &#8220;Die Geburt der Biopolitik&#8221; ein, indem er sich stark damit auseinandersetzt, wie der Begriff und das Konzept Wirtschaft in das abendländische Denken und Regieren eingeführt wurde.</p>
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	<item>
		<title>Von: Alexander Dill</title>
		<link>http://www.philosophieundwirtschaft.de/blog/2009/12/21/was-ist-eigentlich-wirtschaft/comment-page-1/#comment-16</link>
		<dc:creator>Alexander Dill</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 18:07:09 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.philosophieundwirtschaft.de/blog/?p=134#comment-16</guid>
		<description>Mit Empirie ist in den Wirtschaftswissenschaften in erster Linie Statistik bezeichnet, die wiederum - vom Ifo-Index bis zum BIP - selbst beansprucht, Realität abzubilden. Dieser Anspruch wird seit Karl Poppers kritischem Rationalismus erhoben und erst jetzt zunehmend hinterfragt. 
Interessant der Hinweis, auch Ostrom segle jenseits der Realität. Allerdings bleibt die Frage, was Realität ist, wer sie erkennt, wer sie als gegeben annehmen soll. In meinem Studium der Soziologie lasen wir Werke mit Titeln wie &quot;Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit&quot; (Berger und Luckmann). Wir witzelten darüber, wie die Empirie die Realität verdrängt. 
Der Börsenwert von Google stellt nun aber Realität im monetären Bereich ebenso in Frage, wie es die deutsche Staatsverschuldung tut. Finanzwerte repräsentieren keine Realwerte mehr, sondern andere Finanzwerte. Sie sind damit alle Derivate. Die Proteste der Eigentümer von hochbewerteten Aktien und Immobilien halten sich in Grenzen.
Wir sind im Basel Institute of Commons and Economics zur qualitativen Sozialforschung zurückgekehrt, d.h, wir unterhalten uns mit den Leuten und besuchen sie. Wir lassen sie frei auf Fragen antworten.
Allerdings werden dadurch unsere Ergebnisse nicht richtiger oder falscher, denn letztlich ist jede Aussage auch ein Resultat von Vorurteilen. Sie ist nicht objektiv. Was ich deshalb so interessant fnde: Warum funktioniert das System Strassenverkehr soviel reibungsloser als das System Wirtschaft, wenn doch beide auf der Summe vieler Erfahrungen basieren und ständig mit Trial-Error optimiert werden?
Das Geheimnis des Funktionierens des Strassenverkehrs könnte vielleicht ein Schlüssel zum Funktionieren von Wirtschaft sein. Wenn der Unfall eine Ausnahme ist, wäre der Betrug künftig vielleicht auch eine Ausnahme? Dann würden wir uns alle besser fühlen, behaupte ich, ohne alle gefragt zu haben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Empirie ist in den Wirtschaftswissenschaften in erster Linie Statistik bezeichnet, die wiederum - vom Ifo-Index bis zum BIP - selbst beansprucht, Realität abzubilden. Dieser Anspruch wird seit Karl Poppers kritischem Rationalismus erhoben und erst jetzt zunehmend hinterfragt.<br />
Interessant der Hinweis, auch Ostrom segle jenseits der Realität. Allerdings bleibt die Frage, was Realität ist, wer sie erkennt, wer sie als gegeben annehmen soll. In meinem Studium der Soziologie lasen wir Werke mit Titeln wie &#8220;Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit&#8221; (Berger und Luckmann). Wir witzelten darüber, wie die Empirie die Realität verdrängt.<br />
Der Börsenwert von Google stellt nun aber Realität im monetären Bereich ebenso in Frage, wie es die deutsche Staatsverschuldung tut. Finanzwerte repräsentieren keine Realwerte mehr, sondern andere Finanzwerte. Sie sind damit alle Derivate. Die Proteste der Eigentümer von hochbewerteten Aktien und Immobilien halten sich in Grenzen.<br />
Wir sind im Basel Institute of Commons and Economics zur qualitativen Sozialforschung zurückgekehrt, d.h, wir unterhalten uns mit den Leuten und besuchen sie. Wir lassen sie frei auf Fragen antworten.<br />
Allerdings werden dadurch unsere Ergebnisse nicht richtiger oder falscher, denn letztlich ist jede Aussage auch ein Resultat von Vorurteilen. Sie ist nicht objektiv. Was ich deshalb so interessant fnde: Warum funktioniert das System Strassenverkehr soviel reibungsloser als das System Wirtschaft, wenn doch beide auf der Summe vieler Erfahrungen basieren und ständig mit Trial-Error optimiert werden?<br />
Das Geheimnis des Funktionierens des Strassenverkehrs könnte vielleicht ein Schlüssel zum Funktionieren von Wirtschaft sein. Wenn der Unfall eine Ausnahme ist, wäre der Betrug künftig vielleicht auch eine Ausnahme? Dann würden wir uns alle besser fühlen, behaupte ich, ohne alle gefragt zu haben.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Torsten</title>
		<link>http://www.philosophieundwirtschaft.de/blog/2009/12/21/was-ist-eigentlich-wirtschaft/comment-page-1/#comment-15</link>
		<dc:creator>Torsten</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 14:52:14 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.philosophieundwirtschaft.de/blog/?p=134#comment-15</guid>
		<description>Die Aussage, dass Wirtschaft auf Empirie aufbaut, welche wiederum auf Beobachtung aufbaut, scheint zwar von den Ökonomen gerne zur Rechtfertigung ihres Tuns herangezogen zu werden, allerdings kann ich sie nicht nachvollziehen. Ich beschaeftige mich gerade mit Elinor Ostroms Dissertation zur Bewirtschaftung von Grundwasserspeichern. Dort heißt es „The study was based primarily upon the use of documentary materials.“ In diesem einen Satz hat sich die Beschreibung der Empirie dieser Arbeit erschöpft. Auch Ostroms gerade etwas gehypte &quot;Verfassung der Allmende&quot; scheint davon auszugehen, dass es völlig unwichtig ist, wie Informationn gesammelt, interpretiert und ausgewertet werden. Dazu findet sich naemlich kein Wort in dem Buch.

Ähnlich sieht es in einem anderen wichtigen Werk der Ökonomie aus: Mancur Olsons &quot;Die Logik des kollektiven Handelns&quot;. Wenn mich nicht alles taeuscht geht der Autor mit keinem Wort darauf ein, warum und wie er zu den Daten kommt, die er dann miteinander verbindet und zu seiner &quot;Logik&quot; verwurstet.

D.h. es gibt m.E. in &quot;der Wirtschaft&quot; bisher so gut wie keinerlei Reflexion darüber, warum bei der Datenerhebung diese Materialien und nicht andere verwendet wurden, warum und wie beobachtet wurde oder warum diese Daten so und so interpretiert wurden und nicht anders. Empirie? Für mich sieht das ein bisschen nach moderner Alchemie aus.

Allerdings scheinen neuere Ansaetze der Wirtschaft insbesondere der Forstwirtschaft das Problem erkannt zu haben und setzen sich staerker mit den Methoden auseinander, die verwendet werden um zu Aussagen über wirtschaftliche Zusammenhaenge zu kommen. Verwiesen sei dazu auf Andrea Nightingale (&quot;A Feminist in the Forest&quot;) oder Sébastian Nobert (&quot;Between the Tree and the Bark&quot;), deren Arbeiten zur Bewirtschaftung von Waeldern tatsaechlich dokumentieren und darüber reflektieren, wie die Forscher zu Informationen gelangen und diese interpretieren. Die Ergebnisse sind dann allerdings auch weitaus komplexer als die von Wirtschaftswissenschaftlern wie Olson oder Ostrom genannten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aussage, dass Wirtschaft auf Empirie aufbaut, welche wiederum auf Beobachtung aufbaut, scheint zwar von den Ökonomen gerne zur Rechtfertigung ihres Tuns herangezogen zu werden, allerdings kann ich sie nicht nachvollziehen. Ich beschaeftige mich gerade mit Elinor Ostroms Dissertation zur Bewirtschaftung von Grundwasserspeichern. Dort heißt es „The study was based primarily upon the use of documentary materials.“ In diesem einen Satz hat sich die Beschreibung der Empirie dieser Arbeit erschöpft. Auch Ostroms gerade etwas gehypte &#8220;Verfassung der Allmende&#8221; scheint davon auszugehen, dass es völlig unwichtig ist, wie Informationn gesammelt, interpretiert und ausgewertet werden. Dazu findet sich naemlich kein Wort in dem Buch.</p>
<p>Ähnlich sieht es in einem anderen wichtigen Werk der Ökonomie aus: Mancur Olsons &#8220;Die Logik des kollektiven Handelns&#8221;. Wenn mich nicht alles taeuscht geht der Autor mit keinem Wort darauf ein, warum und wie er zu den Daten kommt, die er dann miteinander verbindet und zu seiner &#8220;Logik&#8221; verwurstet.</p>
<p>D.h. es gibt m.E. in &#8220;der Wirtschaft&#8221; bisher so gut wie keinerlei Reflexion darüber, warum bei der Datenerhebung diese Materialien und nicht andere verwendet wurden, warum und wie beobachtet wurde oder warum diese Daten so und so interpretiert wurden und nicht anders. Empirie? Für mich sieht das ein bisschen nach moderner Alchemie aus.</p>
<p>Allerdings scheinen neuere Ansaetze der Wirtschaft insbesondere der Forstwirtschaft das Problem erkannt zu haben und setzen sich staerker mit den Methoden auseinander, die verwendet werden um zu Aussagen über wirtschaftliche Zusammenhaenge zu kommen. Verwiesen sei dazu auf Andrea Nightingale (&#8221;A Feminist in the Forest&#8221;) oder Sébastian Nobert (&#8221;Between the Tree and the Bark&#8221;), deren Arbeiten zur Bewirtschaftung von Waeldern tatsaechlich dokumentieren und darüber reflektieren, wie die Forscher zu Informationen gelangen und diese interpretieren. Die Ergebnisse sind dann allerdings auch weitaus komplexer als die von Wirtschaftswissenschaftlern wie Olson oder Ostrom genannten.</p>
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