Über mich
Als ich 1984 die Philosophische Praxis gründete - damals war ich ein gerade 25-jähriger Student an der FU Berlin - hatte ich den Ehrgeiz, als Philosoph an der Welt teilzunehmen, nicht nur zuzusehen. Von den vier damaligen Gründern hat bereits zwei das Zeitliche gesegnet.

Da die Habilitation Wissenschaftlern, die ihr Leben nicht an der Universität verbracht haben, in den Sozial-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften selbst in der eigenen Disziplin bis heute verboten wird, musste ich darauf verzichten, offiziell Lehre oder Forschung an der Universität ausüben zu können. Ein Hamburger Kaufmann las mein erstes Buch (Abb. links) und holte mich in die Wirtschaft.
Nach zehn Jahren in der Kommunikationswirtschaft, einigen Jahren als Mitinhaber einer Ingenieurplanungsgesellschaft für kommunale Fernwärme auf Holzbasis und weiteren zehn Jahren in der Softwareindustrie habe ich begonnen, mich mit der Grundfrage Was ist eigentlich Wirtschaft? zu beschäftigen.

Dabei stieß ich auch auf die verbreiteten Erfolgsrezepte, die ich gerne Erfolgsreligionen nenne. Obschon selbst gar kein Gegner von Erfolg - im Buch (Abb. rechts) berichte auch von meiner Erfahrung des American Dream in NY - legte ich doch großen Wert darauf, dessen Herstellbarkeit in Zweifel zu ziehen.
Inzwischen sage ich eher: Wenn wir wüßten, wie es geht, würden wir es sicher auch tun. Das gilt für alle Projekte mit wirtschaftlicher Erfolgsaussicht. Da wir es aber in der Regel nicht wissen, müssen wir uns mit dem begnügen, was irgendwie trotzdem geht.

Kurz nach der sogenannten “Weltfinanzkrise” im Oktober 2008 schrieb ich das Buch “Der grosse Raubzug” (Abb. links) . Dessen soziologische These besagt, die von mir so bezeichneten Marktfreien hielten sich dadurch vor dem Markt geschützt, dass sie die anderen den angeblichen Märkten und dem Wettbewerb überantworten. Auch begann ich, mit den “Die fünf Irrlehren der Volkswirtschaft” die Wirtschaftswissenschaften und ihre Rolle als Ratgeber der Regierungen in die Betrachtung mit einzubeziehen, weshalb sich insbesondere die Wirtschaftsweisen auf meiner Liste der Hauptverantwortlichen für den deutschen Teil der Finanzkrise finden.
Seitdem werde ich manchmal herangezogen, wenn es um Details der Finanzkrise, etwas die Rolle der deutschen Banken beim Lehman-Crash geht.

Nachdem ich in letzter Zeit intensiv über Geschenkökonomie geforscht habe und mit dem Commons Index versuchte, ein Instrumentarium zur Bewertung von Gemeingütern bereitzustellen, interessieren mich zunehmend folgende Fragen:
Ist Wirtschaft überhaupt ein System?
Basiert Wirtschaft generell auf dem Prinzip der asymmetrischen Information?
Welche Alternativen zur Finanzwirtschaft gibt es? Sozialkapital? Gemeingüter?
Wird deshalb Wirtschaft nicht an den Schulen gelehrt?
Im Verlaufe dieses Blogs werden hoffentlich auch noch andere Fragen auftauchen.
Seit Februar 2010 bin ich Vorstand der Basel Institute of Commons and Economics AG.
Aktuelle Informationen zu meiner Tätigkeit finden Sie natürlich bei Google, aber auch unter www.commons.ch/presse
