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Bloggen bei Philosophie & Wirtschaft
 

ALEXANDER DILL, Autor, Journalist, Philosoph und Unternehmer, bekannt als kritischer Zeitgeist, ist unser P&W Blogger. Aktuelle Wirtschaftsthemen betrachtet er durch die philosophische Brille. Sie möchten seine Thesen kommentieren oder neue Themen anschneiden? Gerne!

Hilfe, Deutschland wird ein Philosophenstaat! Wie Philosophen sich in die deutsche Gesellschaft einmischen
Deutschland hat einen neuen Staatsphilosophen Am 9. Dezember 2011 an der Tankstelle. Mein Blick fällt auf die Titelseite der City-Bild: ?Deutschlands bekanntester Philosoph: Rentner sollen soziales Pflichtjahr machen.? Natürlich kaufe ich die Ausgabe. Auf Seite 21 erfahre ich, dass Rentner auf Kleinkinder aufpassen und Migranten Deutsch-Unterricht erteilen könnten. Als Sozialkapitalmissionar freue ich mich natürlich über alles, [...]

Auf einmal wollen alle tilgen - Wie Süddeutsche, Frankfurter Allgemeine, ZEIT und Steuerzahlerbund von der Tilgungsdebatte erfasst werden
Es ist erst ein gutes Jahr her, da galt Atomkraft noch als Zukunftstechnologie, Mindestlohn als kommunistische Verschwörung und Tilgung von Staatsschulden als von Soziologen und Literaturwissenschaftlern verbreitete Utopie. Der erste Vorschlag in Deutschland dazu erschien am 31. August 2010 auf philosophieundwirtschaft. ?Sind Sie verrückt?? , fragte die FTD den Ersttilger Jochen Hörisch. Auch ZEIT, Süddeutsche [...]

Das Finanzkapital pfändet das Sozialkapital ? wie lange noch?
Am 26. Oktober 2011 stimmten 503 der 596 Abgeordneten des Deutschen Bundestages für die Bereitstellung eines sogenannten Euro-Rettungsschirmes in Höhe von einer Billion Euro. Fernsehreporter fanden zuvor heraus, dass die Abgeordneten wenig oder nichts über die Materie wussten. Das ist keine Schande. Sie gilt als Expertenthema. Zum Glück leistet sich deshalb der deutsche Staat zehntausende [...]



Nachrichten
 

12.12.2010
 

Hurra, wir tilgen

Deutsche

Tilgungsinitiative

 


Soziales und reales Kapital soll Deutschland entschulden
 

Montag, 13.12.2010: Die deutsche Tilgungsinitiative geht "live".  "Deutschlands Staatsschulden betragen zur Zeit 1,8 Billionen Euro, die drückende Gesamtschuld wird bald bei  85% der Wirtschaftsleistung liegen. Gleichzeitig hat sich das Privatvermögen der Deutschen in den letzten 10 Jahren um 83% auf 8,2 Billionen Euro vermehrt. Wir Deutsche müssten demnach  nur etwa 20 % unseres privaten Geld- und Grundvermögen  dem Staat übergeben und Deutschland wäre schuldenfrei", stellt  Alexander Dill, der Begründer der Initiative fest.

Die politfreie Tilgungsiniative setzt auf Freiwilligkeit und will Druck auf den Staat mittels bekundetem und gelebtem Bürgerwillen ausüben. Ziel: Endlich mit Deutschlands  Entschuldung zu beginnen.  Tilger Nummer 1 ist der Mannheimer Literaturprofessor Jochen Hörisch.  Die literarische Vorlage für die Tilgungsidee bildet Thomas Manns Roman "Königliche Hoheit".  Darin rettet ein Milliardär den Staat vor dem Bankrott.  "Der Roman entwickelt keine andere Idee als die, dass es sich in jeder Weise lohnt und rechnet, wenn private Reichtümer für die Tilgung der Staatsschulden eingesetzt werden. Denn zumindest in Demokratien gilt: der Staat – das sind wir selbst", so Hörisch.

Der Gedanke erscheint zunächst schlicht, ist aber bei genauerer Betrachtung  nichts weniger als der Aufruf zu einem Paradigmenwechsel. Die Bürger sollen sich über politische Hürden hinwegsetzen und  drängende Probleme selbst in die Hand nehmen statt Verantwortung für die Gesellschaft Anderen zu überlassen.  Eine Idee, die sich bisher - wenn überhaupt - eher in kleineren, lokalen Bürgeriniativen materialisiert hat. Es bleibt abzuwarten ob es wirklich gelingen wird die breite Masse zu moblisieren und dazu zu bewegen einen Teil ihres Vermögens ohne Zwang abzugeben. Aber so oder so: Die Tilgungsiniative ist auf jeden Fall eines der raren Beispiele für gelebte, praktische Philosophie.

Wer sein soziales und reales Kapital zur Entschuldung Deutschlands einbringen will, kann es hier tun: http://www.hurrawirtilgen.de





Warum Philosophie und Wirtschaft?
 

Während die Wirtschaft und ihre Akteure ihr Handeln an Zweckrationalitäten wie Zielerreichung, Gewinnen von Markanteilen, Gewinnsteigerung,  etc.  ausrichten, hat die Philosophie seit jeher versucht den Dingen auf den Grund zu gehen und die Dimensionen des Menschseins zu erfassen, ohne dabei primär ein bestimmtes Ziel zu verfolgen.

Lange schienen diese beiden Disziplinen daher unvereinbar und ohne Berührungspunkte. Mittlerweile wird jedoch immer deutlicher, dass die Wirtschaft ohne bestimmte subjektive Qualitäten nicht funktioniert. Verantwortung, Vertrauen, Respekt, diese Attribute scheinen in den heutigen Tagen vermehrt als Grundpfeiler eines stabilen Wirtschaftssystems erkannt zu werden. Die Philosophie hilft dabei nicht nur wirtschafts-ethische Fragen, also generelle Fragen nach den Prinzipien des wirtschaftlichen  Handelns, zu  klären, sondern kann auch ganz konkret einen wichtigen Beitrag leisten, die im Wirtschafstleben vorherrschende, auf einer reinen Mittel-Zweck Rationalität begründete Denk- und Handlungsweise mit dem alleinigen Ziel der kurzfristigen Gewinnmaximierung, zu überdenken.  

Was sind Werte in Unternehmen? Was kann Arbeit für den Einzelnen bedeuten? Wie gehe ich mit Wissen um? Wie schaffe ich Freiräume für Innovation und Kreativität? Welche Bedeutung hat die Wirtschaft mit all ihren Facetten für die Gesellschaft, für die Menschen? Wie wirkt sich eine globalisierte Wirtschaft auf das menschliche Zusammenleben aus? Was ist Konsumentenethik? Dies sind nur einige von vielen aktuellen Fragen aus dem Wirtschaftsleben, die eng mit grundsätzlichen, philosophischen Fragen verknüpft sind.

Auch können Möglichkeiten und Wege aufgezeigt werden, wie die philosophische Reflexion auf die verschiedenen Problemstellungen des Geschäftsalltags angewandt werden und zur Erarbeitung von Lösungen für eine werte- und zukunftsorientierte wie nachhaltige Unternehmensführung beitragen kann.

Mit diesen grundlegenden, initialen Gedanken soll das kontroverse Thema “Philosophie und Wirtschaft” einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt und Philosophen, Geschäftsleute, Wirtschaftswissenschaftler, Journalisten und alle anderen Interessierte eingeladen werden, die Idee von Philosophie und Wirtschaft zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen.


Ute Sommer, Redaktion Philosophie & Wirtschaft
ute.sommer@philosophieundwirtschaft.de